Die Grundidee
Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen, öffentliche Plätze, Wohnheime, Gemeinschaftsunterkünfte- Sie alle sind Orte, die die Lebenswelt junger Menschen ausmachen. Deshalb sollten sie auch von jungen Menschen beraten, bewertet und verbessert werden. „Welche Stärken hat die Einrichtung, was soll bleiben, was sollten sich andere abgucken und was muss sich ändern?“, sind Fragen, denen Jugendauditor*innen nachgehen. Kinder und Jugendliche werden in Workshops zu Auditor*innen qualifiziert. Sie entwickeln eigene Checklisten und Qualitätsstandards, mit denen sie Räume und Angebote im Bezirk bewerten und Veränderungsvorschläge formulieren. Das kann im Rahmen einer Ortsbegehung, Konferenz, eines Workshops oder anderer Aktionen geschehen. Die Veränderungsvorschläge werden anschließend von den Einrichtungen, Institutionen, Angeboten oder Räumen gemeinsam mit den jungen Menschen umgesetzt.
Die Ziele
Das Jugendaudit verfolgt dabei verschiedene Ziele:
- Junge Menschen nehmen sich als Expert*innen ihrer Lebenswelt wahr – ihre Interessen, Erwartungen und Wünsche, sind Grundlage für Veränderungen im auditierten Raum/Einrichtung/Institution.
- Junge Menschen entwickeln durch die Teilnahme Fähigkeiten zur Beteiligung an der eigenen Lebenswelt und Gesellschaft: Fähigkeiten zum Erkennen und Formulierungen eigener Wünsche, Aushandlungs-, Team- und Konfliktkompetenz sowie Verhandlungs- und Kommunikationsstrategien. Die Umsetzung der von ihnen formulierten Veränderungsvorschlägen stärkt ihre Selbstwirksamkeit.
- Es kommt aus Sicht von Kindern und Jugendlichen zu einer Qualitätssteigerung innerhalb der Einrichtung oder des Sozialraums, da der entsprechende Ort/Bereich zielgruppengerecht gestaltet wird.
Die Bedingungen
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Jugendaudits Erfolg haben:
Ausreichend Zeit und Personal
Das Jugendaudit ist üblicherweise auf 12 Monate begrenzt. Das hat zur Folge, dass ein vollumfänglicher Prozess von der Bedarfserhebung bis zur Umsetzung und anschließenden Rückkopplung fast nicht zu schaffen ist. Unserer Einschätzung nach sollte das Jugendaudit für 2 Jahre geplant werden.
Bedeutend für den Projekterfolg sind außerdem feste Ansprechpersonen/Fachkräfte in den
Einrichtungen, die ausreichend Zeit zur Begleitung des Jugendaudits im Arbeitsalltag zur
Verfügung gestellt bekommen. Sie sind Ansprechpersonen für junge Menschen und Prozessmoderator*innen, unterstützen die Jugendauditor*innen bei der Umsetzung der Veränderungen und koppeln als Übersetzer*innen Ergebnisse aus Besprechungen von Erwachsenen zurück.
Transparenz über Möglichkeiten und Bereitschaft zur Veränderung
Teilnehmende am Jugendaudit können nur dann Selbstwirksamkeit erfahren, wenn die gesammelten Wünsche und Verbesserungsvorschläge Umsetzung erfahren. Daher müssen Einrichtungen zuvor die Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung transparent kommunizieren. Wichtig ist auch die Bereitschaft, Veränderungen tatsächlich umzusetzen.
Das Jugendaudit wird finanziert durch das Jugendamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin.
Wer mehr Infos zu den Jugendaudits möchte, findet hier die Berichte der letzten Jahre:
2020
2021
2022
2023
2024
2025
Materialien für eigene Formate/Angebote projektorientierter Beteiligung
Der Praxisleitfaden „Mit Bild- und Bewegungssprache beteiligen“ enthält methodische Überlegungen zur Beteiligung junger Menschen an der Umgestaltung ihres Wohnumfeldes in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe. Dieser basierte auf den Erfahrungen des KiJuB SZ und Elisabeth-Weiske-Heims der Deutschen Roten Kreuz Südwest gGmbH mit Methoden zur projektorientierten Beteiligung im Rahmen eines Jugendaudits 2024. In Kooperation mit dem Projekt „Demokratie- Do it Yourself“ des Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V. wurden die Erkenntnisse und bewährten Methoden für ein größeres Publikum aufbereitet, um die Übertragung in eigene Kontexte zu erleichtern. Er kann für eigene Beteiligungsprojekte in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe sowie in weiteren Bereichen der Jugendarbeit angewandt, angepasst und weiterentwickelt werden. Die Verfassenden freuen sich über Rückmeldungen zu den Inhalten sowie über eigene Erfahrungen, Tipps und Methoden.

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